Albert Schweitzer im Fokus: Musik, Ethik und Frieden

Podiumsdiskussion und Chorkonzert in der Lorenzkirche St. Georgen zum Doppeljubiläum von Albert Schweitzer

Ein musikalisch-ethischer Themenabend und ein festliches Chorkonzert würdigen Albert Schweitzers Wirken – am 18. und 19. Juli in der Lorenzkirche St. Georgen.

Albert Schweitzer (Bohn, 11 November 1955)

Quelle: Bundesarchiv, Bild 145 Bild-00014770 / CC-BY-SA - eingebettet von www.eki-sagte.de

Albert Schweitzer, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Pazifist und Arzt, ist mit Königsfeld im Schwarzwald stark verbunden. Anfang Mai des Jahres 1923 zog er zusammen mit seiner Ehefrau und mit seiner Tochter nach Königsfeld. Dieser Ort war für ihn ein Ort der Ruhe. Hier machte er Pause von seinen ärztlichen Tätigkeiten in Lambarene (Afrika) und widmete sich seiner schriftstellerischen Arbeit.

Seine Zeit in Königsfeld und die Bedeutung, die der Ort für ihn hatte, beschreibt er mit den Worten:

„Die Zeit in Königsfeld war die schönste meines Lebens: In Königsfeld konnte ich ruhig arbeiten, hatte eine Orgel, konnte im Wald gehen, hatte viele Freunde. Tief bewegte mich, dass meine Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben ihren Weg in der Welt machte. Mit dieser Philosophie habe ich mich schon in Königsfeld beschäftigt, im Walde von Königsfeld.“

Das Jahr 2025 ist ein doppeltes Albert-Schweitzer-Jahr, denn er ist im Jahr 1875 geboren und 1965 gestorben. Anlässlich dieses Jubiläums von Albert Schweitzer hat der Kirchenmusiker und Komponist KMD Traugott Fünfgeld (Offenburg) zusammen mit Pfarrer Thomas Weiß ein Chorwerk geschrieben, das sich dem Leben und Wirken Albert Schweitzers widmet. Das Werk trägt den Titel:

„Inmitten von Leben – CHORTÖNE auf Spuren Albert Schweitzers“

Es wird im Rahmen des diesjährigen Chorfestes Baden in Emmendingen am 4. Juli uraufgeführt. Am Samstag, den 19. Juli um 19 Uhr, wird das Chorwerk auch in der Lorenzkirche St. Georgen erklingen. Es singt die Kantorei St. Georgen und der MGV 1876 Allmendshofen unter der Leitung von Kantor Jochen Kiene.

Bereits am Vorabend, Freitag, 18. Juli ab 17:30 Uhr, lädt die evangelische Gemeinde zu einem Themenabend mit Orgelmusik und Podiumsdiskussion in das Gemeindehaus und die Lorenzkirche St. Georgen ein. Der Abend wird eingeleitet durch eine halbstündige Orgelmusik in der Lorenzkirche um 17:30 Uhr. Kantor Jochen Kiene spielt von Albert Schweitzer geschätzte Werke, insbesondere von J. S. Bach.

Ausgehend von Schweitzer und seiner Ethik „Ehrfurcht vor dem Leben“ werden wir uns anschließend ab 18 Uhr mit der Frage beschäftigen, wie heute Friedenssicherung und Friedenswahrung möglich sein kann.

In der Podiumsdiskussion werden als Referenten sprechen:

  • Der Religionspädagoge Dr. Theodor Ziegler
  • Militärpfarrer Stefan Boldt

Die Moderation übernimmt Pfarrer i. R. Jochen Fetzner.

Zu den Referenten:

Dr. Theodor Ziegler ist seit 1989 als Autor zu friedensethischen und -theologischen Themen tätig. Von 2012 bis 2023 war er Beauftragter für Friedensethik und -pädagogik an der Evangelischen Hochschule Freiburg. 2019 wurde ihm der Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreis der INTA-Stiftung Freiburg verliehen.

Er schreibt über sein Wirken:

„Ich wünsche mir ein Nachdenken über zivile Möglichkeiten des Friedensaufbaus und der Gewinnung von Sicherheit. Dies ist in Parteien, Gesellschaft, Medien und Kirchen bislang ein tabuisiertes Thema. Ich engagiere mich in der aus der badischen Landeskirche hervorgegangenen und inzwischen bundesweiten Initiative »Sicherheit neu denken«. Ihr geht es um Wege von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik. Angesichts der aktuellen Kriege mit steter Eskalationsgefahr zu einem dritten Weltkrieg, ist dieses Nachdenken überlebensnotwendig.

Ebenso wichtig ist, dass Kirchen ihre geistlichen Friedensquellen erschließen und unsere Gesellschaft von ihrer gewalthaltigen Unterhaltungskultur zu einer Friedenskultur findet, wozu ich auch den Sport rechne. Ich wirke deshalb auch bei Friedensveranstaltungen wie Ostermarsch, Hiroshima-Gedenken, Anti-Kriegstag, Demokratiekundgebung mit, die die Notwendigkeit des friedlichen Wegs zum Frieden in die Öffentlichkeit bringen.“

Pfarrer Stefan Boldt ist seit 2016 Militärpfarrer der Evangelischen Landeskirche für die Deutsch-Französische Brigade sowie die Standorte Donaueschingen, Illkirch und Müllheim. Zuvor war er über zwei Jahrzehnte in Gemeinde, Jugendarbeit und Schule tätig, unter anderem als Gemeindepfarrer in Buchenberg.

Er schreibt über sein Selbstverständnis:

„Es ist für mich grundlegend, dass ich mich der »Friedensbewegung Gottes« verpflichtet fühle – dies nur als Schlagwort. Ich bin Militärseelsorger in der Deutsch-Französischen Brigade. Daher versteht es sich von selbst, dass mein Denken stets auch eine europäische Dimension hat. Ich begleite Soldatinnen und Soldaten in all ihren Anliegen seelsorglich, halte Gottesdienste und ethischen Unterricht.

Auf jeder Uniform sind die Farben Schwarz-Rot-Gold aufgenäht. Dies bedeutet für die Soldatinnen und Soldaten, dass sie dem Grundgesetz und damit vor allem der »unantastbaren Menschenwürde« in einer freiheitlichen Demokratie verpflichtet sind. Eine Lehre aus bitteren Weltkriegen und Ideologien. Diese Menschenwürde in unserer zerrissenen Welt zu verteidigen, ist mehr denn je Anliegen und Auftrag. Dazu bedarf es unter anderem auch einer Schutzmacht. Bei diesem Auftrag unterstütze ich die Menschen in der Bundeswehr (und darüber hinaus) gerne.“

Veranstaltungsort:
Evangelische Lorenzkirche und Gemeindehaus St. Georgen
Hauptstraße 27, 78112 St. Georgen im Schwarzwald